Aktuelle Einführungen und Vorträge
-
‣Freitag, 13. Februar 2026, Zeughauskino, 17.30 Uhr + Sonntag, 15. Februar, 15.30 Uhr: Reihe Berlin.Dokument Nr. 156: Wüste Westberlin (1995, R: Helmut Wietz) – BD 156 Wüste Westberlin Handout Kopie.pdf – Ein Blick zurück auf die Künstlerszene West-Berlins, wie sie sich zwischen 1961 und 1991 entwickelt hat. Wie einst nach dem Mauerbau müssen sich nach dem Fall der Mauer die Künstler*innen der westlichen Halbstadt neu positionieren. „Wüste Westberlin“ (1995) verzichtet auf einen Kommentar und lässt zahlreiche Künstler*innen und Ausstellungsmacher selbst zu Wort kommen. Wietz‘ Film zeigt deren Werke und die ersten selbstverwalteten Künstlergalerien. Zu sehen ist das alte West-Berlin mit seinen Brachen und der bemalten Mauer, die Künstlerkneipen Paris-Bar und Zwiebelfisch. Zeitgenossen wie Romy Haag empfanden die Halbstadt als Dorf mit Großstadtflair. „In dieser Enge, in diesem Inselbewusstsein lebte ja die Freiheit. Dort ist eine Situation erreicht, die für jeden Künstler beneidenswert ist: keiner will dich, keiner braucht dich, aber es redet dir auch keiner rein.“ (Markus Lüpertz) – Mit Vorprogramm: In zwei Kurzfilmen reflektiert Rainer Bellenbaum den Mauerfall, als sich die Ereignisse überschlugen („Hammer und Graffiti“, 1990/2013), wie auch die Zeit danach, als der erste Rausch verflogen ist. So kontrastiert „Postkarten an Hölderlin“ (1996/2024) Hölderlins Gedicht „Brot und Wein „von 1800 mit zeitgenössischen Stadtansichten: Berlin auf der Suche nach einer neuen Identität.
-
‣Freitag, 13. März 2026, Zeughauskino, 18.00 Uhr + Sonntag, 15. März, 16.00 Uhr: Reihe Berlin.Dokument Nr. 157: Die leere Mitte (1998, R: Hito Steyerl) – Handout – Es gibt viele Arten, Grenzen zu durchbrechen. Es gibt viele Arten, neue Grenzen zu errichten. 1989 fällt die Berliner Mauer. Das Gelände zwischen den Mauern, ein leeres Minenfeld zwischen Ost und West, steht jetzt offen. [...] Jetzt kehrt die Mitte zurück.“ So beginnt der Film „Die leere Mitte“ (1998). Die „leere Mitte“ bezieht sich auf die alte Stadtmitte von Berlin, die sich nun allmählich wieder ins Bewusstsein drängt. Diese Mitte – nach dem Mauerfall ein breiter Streifen Brachland – war jedoch nie leer. Zahlreiche Aspekte ihrer Geschichte sind vielmehr in Vergessenheit geraten oder wurden bewusst verdrängt und verleugnet, darunter die weit zurückreichenden Vorurteile gegenüber Juden und People of Colour, die Abwehr ausländischer Arbeitskräfte und die Leugnung der Verbrechen der Wehrmacht. In ihrer Langzeitbeobachtung manövriert sich die Regisseurin Hito Steyerl als Zeitpilotin durch die Geschichte deutschen Großmachtstrebens und Kolonialismus. Sie legt verschüttete Erinnerungsschichten frei, findet alte Grenzen und Ausgrenzungen. Leider scheint es so, als ob einmal durchbrochene Grenzen an anderen Stellen neue entstehen lassen. Nur die Bewohner*innen eines alternativen Zeltdorfes auf dem ehemaligen Mauerstreifen hegen Visionen einer anderen Welt. (jg)
-
‣Filmreihe Berlin.Dokument im Zeughauskino: Die Filme. – Die Liste sämtlicher bisher in "Berlin.Dokument" im Zeughauskino gezeigten Filme finden sie hier – es ist work in progress. Aktuell sind alle Titel vom Kaiserreich bis Ende der 1960er Jahre erfasst (Programme bis Nr. 73). Goergen, Jeanpaul_Berlin.Dokument _Liste 1-73.pdf
Letzte Veröffentlichungen
-
‣"Pimpinella" (1948) von Hedwig und Gerda Otto – Diskriminierung im Puppenreich:https://www.filmportal.de/node/10823/material/2303945
-
‣"Circus Humsti Bumsti" (BRD 1949/1951) von Kurt Stordel – Hilfsbereitschaft wird belohnt: https://www.filmportal.de/node/46057/material/2302236
-
‣Beobachten, eingreifen, verändern! Günter Jordans Dokumentarfilm „Berlin – Auguststraße" (1979). In: Leuchtkraft. Journal der DEFA-Stiftung, Nr. 8, 2025. S. 85-91
Chroniken online (2014 ff)
-
‣Film und Kino in Steglitz. Eine filmhistorische Chronik. – Die sich in den 1910er Jahren herausbildende Filmindustrie fand in Steglitz besonders günstige Bedingungen für die ersten großen Glasateliers sowie für Freiluftaufnahmen. Kleinere Filmbetriebe, Kopierwerkstätten und Unternehmen für Film- und Kinozubehör etablierten sich ebenso wie mittelständige Kultur- und Dokumentarfilmproduktionen im Bezirk. Die Chronik versucht, die wichtigsten Ereignisse in der facettenreichen Film- und Kinogeschichte des Berliner Bezirks nachzuzeichnen. Der lokalgeschichtliche Blick ergänzt und bereichert die „große“ Filmgeschichte mit aufschlussreichen und spannenden Details. – https://www.filmportal.de/thema/film-und-kino-in-steglitz-eine-filmhistorische-chronik (letztes Update: Juli 2024)
-
‣Filmzauber und Kinounwesen. Filmliteratur 1919. – Zum unbekannten deutschen Filmerbe gehören nicht nur übersehene Filme, sondern auch die zahlreichen, weitgehend vergessenen Veröffentlichungen zu Kino und Film. Auch sie sind Zeugen ihrer Zeit und geben Auskunft über vergangene Ansichten zu Film und Kino und informieren über die Entwicklung des Filmwesens. Die Filmforschung sollte diese Quellen nicht länger vernachlässigen. Die hier vorgestellte Lektüre der Filmpublikationen des Jahres 1919 ist Teil eines geplanten größeren Vorhabens über das erste Filmjahr der Weimarer Republik. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs blüht zusammen mit der Filmindustrie auch die Filmliteratur wieder auf. 1919 erscheinen rund vierzig Monografien zu Kino und Film. Die Bandbreite der Themen reicht von populärwissenschaftlichen Gesamtdarstellungen hin zu Ratgebern wie man Film-Ideen entwickelt oder sich als Filmschriftsteller(in) etabliert bzw. Filmschauspieler(in) wird. https://www.filmportal.de/thema/filmzauber-und-kinounwesen-filmliteratur-1919 + https://www.filmportal.de/thema/filmzauber-und-kinounwesen-filmliteratur-1919-teil-ii (letztes Update: Juli 2025)
-
‣Chronik des deutschen Dokumentarfilms 1945-2005. – Die Chronik versteht sich als Materialsammlung, die die Beiträge des Projekts untermauert, darüber hinaus aber auch weitere Forschungen anregen will. Sie berücksichtigt die gesamte Bandbreite des dokumentarischen Filmschaffens. Erfasst sind zentrale Ereignisse, Statistiken, Stellungnahmen der Interessentenverbände, die relevante Filmgesetzgebung, Neuerungen im Bereich der Filmtechnik, Nachrufe sowie Definitionsversuche des Dokumentarischen. Die Chronik führt ferner alle Filmpreise dokumentarischer Filme auf sowie die im jeweiligen Jahr erschienenen Monografien, vereinzelt auch Zeitschriftenbeiträge, die sich auf den Dokumentarfilm beziehen. Edition Dokumentarfilmgeschichte 5/2021. Hamburg: AVINUS Ergänzte und erweiterte Auflage, Dezember 2024, 363 Seiten (Ill.). ISSN: 2750-3801. Online hier: https://sites.google.com/view/dokumentarfilmgeschichte/teil-2-1945-2005/chronik-des-deutschen-dokumentarfilms-1945-2005
Demnächst erscheinen... (2025, oder später!)
-
‣„Der Griff nach dem Atom" (BRD 1949) von Erich Menzel – Heinzelmännchen spalten ein Atom
-
‣Verlust der Abspielbasis. Der Kultur- und Dokumentarfilm im Programm kommerzieller Kinos in Westdeutschland 1962-1988
-
‣Vom Schattendasein zum Doku-Boom. Dokumentarfilme im Programm gewerblicher Kinos 1990-2005
-
‣Futterkrippe und Spielwiese. Industrie- und Wirtschaftsfilme in der Bundesrepublik bis 1961
-
‣(Zusammen mit Frank Kessler): Le montage dans le cinéma muet allemand (Erscheinen ungewiss)
-
‣"Ein Stück Leben zeigen". Der Dokumentarfilm in der Amateurfilmbewegung der Bundesrepublik der 1950er Jahre
-
‣"Die Stimme der Welt" zwischen Anpassung und Unterwerfung – Fox Tönende Wochenschau in Deutschland 1930-1939
-
‣„Für eine breitere Öffentlichkeit” – Gescheiterte Filmprojekte am Bauhaus 1924. In: Thomas Tode / Eva Krivanec: "Neues von bauhaus & film". Maske und Kothurn 2019 (Erscheinen verschoben)
-
‣„Ich habe viel geweint”. Die Zusammenarbeit der Bauhäuslerin Lore Leudesdorff mit Walter Ruttmann In: Thomas Tode / Eva Krivanec: "Neues von bauhaus & film". Maske und Kothurn, Wien 2019 (Erscheinen verschoben)
-
‣Alex Strasser – Dokumentarist und Vermittler, in: Thomas Tode (Hg.): Linkes Kino: Von Prometheus zu Hitler. Altösterreicher in der Weimarer Republik. Wien: Filmarchiv Austria (Erscheint vermutl. 2025)
-
‣Von "Madame Olinka" zur "Filmenden Bäckersfrau". Frauen im deutschen Animations- und Dokumentarfilm (1895-1945) (Unveröffentlichte Arbeit, 2004/2008)